Kolonoperationen

Bei gut- und bösartigen Erkrankungen kommen verschiedene Operationstechniken zur Anwendung. Erfahren Sie hier mehr zu den einzelnen Operationen.

In der Regel führen wir Operationen am Kolon und Rektum laparoskopisch durch. In gewissen Fällen ist dies aber aus Gründen der Sicherheit (z.B. Voroperationen mit Verwachsungen, Ausdehnung des Tumors in andere Organe etc) nicht möglich.

Sigmaresektion

Die laparoskopische Sigmaresektion ist meist bei der symptomatischen Divertikulitis indiziert. Hierbei wird der S-förmige letze Teil des Dickdarms vor dem Mastdarm entfernt. Die Darmkontinuität wird mittels einer Klammernaht-Anastomose direkt wiederhergestellt. Das Ausmass der Resektion muss die gesamte Hochdruckzone umfassen und somit bis in den oberen Mastdarm reichen. 

Nebst der Divertikulitis können bei zentraler Absetzung der Gefässe auch Karzinome des Sigma so onkologisch korrekt behandelt werden. 
Für die Operation werden kleine Schnitte für die Arbeit mit den Instrumenten benötigt. Lediglich für die Entfernung des resezierten Darmanteils muss ein Schnitt auf ca. 5-6 cm erweitert werden.  

Hemikolektomie rechts und links

Die Hemikolektomie rechts oder links umfasst die Teilresektion des Dickdarmes auf der rechten oder linken Seite unter Mitnahme des gesamten Lypmhabflussgebietes. Dies ist notwendig bei bösartigen Tumoren im Bereich des aufsteigenden oder absteigenden Kolons. Durch Erweiterung des Resektionsausmasses (Erweiterte Hemikolektomie) können auch gewisse Tumoren im Querkolon ontologisch korrekt behandelt werden. 

In den allermeisten Fällen kann die Operation laparoskopisch durchgeführt werden.  

Rektumresektion

Die Rektumresektion kommt bei Tumoren im Mastdarm (Rektum) zur Anwendung. Je nach Höhe des Tumors im Mastdarm (Gemessen als Abstand ab Ano)muss auch das Ausmass der Resektion angepasst werden. Die Operation erfolgt jeweils unter Mitnahme des gesamten zugehörigen Lymphabflussgebietes. Abhängig von der Lage des Tumors (Oberes, mittleres oder unteres Rektum) kann eine partielle oder komplette TME (TME: Total Mesorectal Excision) notwendig sein. Die TME beschreibt die Mitnahme der zugehörigen Lymphknoten innerhalb einer Bindegewebsschicht die um das Rektum liegt. Eine exakte Präparation innerhalb dieser Schicht ist massgeblich für die Verhinderung eines lokalen Rezidivs des Tumors und damit auch für die Heilungschance des Patienten. Bei der tiefen anterioren Rektumresektion mit kompletter TME muss in der Regel ein vorübergehendes Stoma angelegt werden. Dieses wird nach gesicherter Abheilung in einer kürzeren Operation verschlossen. In den meisten Fällen kann die Operation laparoskopisch durchgeführt werden. Bei Mitbeteiligung des Schliessmuskels am Anus ist leider keine Erhaltung der Kontinenz möglich. In diesen Fällen spricht man von einer Rektumamputation mit Anlage einer bleibenden Stoma. Auch diese Operation kann aber grossteils (Abdomineller Teil) laparoskopisch durchgeführt werden. 

Kolektomie

Eine totale Kolektomie kann entweder bei Tumoren nötig sein (mehrere Tumoren gleichzeitig) oder am häufigsten bei Colitis ulcerosa. Hierbei wird der gesamte Dickdarm entfernt. Je nach Indikation kann das Rektum noch erhalten werden und so eine neue Verbindung zwischen Dünndarm und Rektum erfolgen (Ileorektostomie). Falls auch das Rektum entfernt werden muss kann entweder eine Rekonstruktion mittels Pouch (J-Pouch aus Dünndarm gebildet) erfolgen oder es wird ein endständiges Dünndarmstoma angelegt (Ileostomie). 

Hartmann-Operation

Als Hartmann Operation wird eine Diskontinuitätsresektion bezeichnet. Hierbei wird ein Teil des Dickdarms entfernt. Der zuführende Darmabschnitt wird dann als endständiges Stoma ausgeleitet und der abführende Abschnitt blind verschlossen. Am häufigsten kommt diese Operation bei der akuten perforierten Sigmadivertikultis mit stuhliger Peritonitis zur Anwendung. Das Stoma kann in einer zweiten Operation wieder zurück verlagert werden. Da eine Rückverlagerung relativ aufwändig ist, wird die Hartmann Operation meist nur in Notfällen angewandt